Im Rahmen der Astoria Artshow gibt die Universität für angewandte
Kunst Wien Einblick in aktuelle Ansätze künstlerischer Forschung: Zu sehen ist die Dreikanal-Filminstallation Shaken Grounds:
Hell is Empty (2026) des Shaken Grounds Collective. Mit Open Circle – moderiert von Alexander
Damianisch (Abteilung Support Kunst und Forschung) – werden zudem künstlerische Forschungsprojekte der Angewandten
durch Sprecher*innen und Artefakte in einen Dialog gebracht.
Shaken Grounds: Hell is Empty
ist eine sich kontinuierlich weiterentwickelnde, filmische Dreikanal-Komposition. Künstlerisch forschend untersucht das
Shaken Grounds Kollektiv, wie sich ökologische Instabilität in Wahrnehmung und Körper einschreibt und wie menschliches Handeln
und Verantwortung zunehmend mit geologischen Erschütterungen verflochten sind.
Aktuelle künstlerische Forschungsansätze
der Universität für angewandte Kunst Wien werden bei
Open Circles –
Encounters on Sustainable Ecologies of Artistic
Research vorgestellt, einem partizipativen Format, moderiert von
Alexander Damianisch (Abteilung Support
Kunst und Forschung). Die Begegnung konzentriert sich jeweils auf die künstlerische Praxis und Reflexion als zentrale Elemente
von Forschung und fragt danach, was durch sie neu möglich und wirksam wird – insbesondere in Bezug auf ökologische, technologische
und gesellschaftliche Bedingungen.
Über Shaken GroundsShaken Grounds
ist ein künstlerisches Forschungskollektiv, das die Beziehungen zwischen geologischen, sozialen und psychischen Erschütterungen
untersucht. Nikolaus Gansterer, Mariella Greil, Victor Jaschke, Peter Kozek, Werner Moebius und Lucie Strecker arbeiten dabei
mit Künstler*innen und Forscher*innen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen.
Seit 2024 wurde die
Arbeit des Kollektivs international präsentiert, unter anderem im MAXXI Rom, Berggruen Arts & Culture Venedig, Künstlerhaus
und MuseumsQuartier Wien, auf der Expo 2025 Osaka sowie an der Iceland University of the Arts. 2026 wird die Arbeit mit Projekten
in Gibellina, Italienische Hauptstadt der zeitgenössischen Kunst 2026, fortgesetzt; das aktuelle Creative-Europe-Projekt findet
2027 mit einer Ausstellung im Museum für zeitgenössische Kunst Zagreb seinen Abschluss.
Shaken Grounds
wurde mit Unterstützung des Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) und des BMEIA initiiert und wird derzeit von der
Europäischen Union im Rahmen von Creative Europe kofinanziert, in Zusammenarbeit mit dem Angewandte Performance Lab der Universität
für angewandte Kunst Wien.
Shaken Grounds: Hell is Empty Filminstallation
Dreikanal-Filminstallation,
2026
Unter Beteiligung von:
Nikolaus Gansterer (Transmediale Kunst, Kunst & Kommunikative Praxis,
Angewandte Performance Lab)
Mariella Greil-Möbius (Angewandte Performance Lab)
Victor Jaschke (Postgradualer
Lehrgang /ecm - educating/curating/making)
Peter Kozek (Angewandte Performance Lab)
Werner Moebius
Lucie Strecker
(Kunst & Kommunikative Praxis)
Shaken Grounds: Hell is Empty (2026) ist eine Dreikanal-Filminstallation,
die sich als Film in Progress entfaltet. Der Titel bezieht sich auf William Shakespeares The Tempest und die Zeile „Hell is
empty, all the devils are here“ („Die Hölle ist leer, alle Teufel sind hier“) und verschiebt damit die Vorstellung des Bösen
von einer fernen Hölle hin zu menschlichem Handeln und menschlicher Verantwortung.
Die Arbeit zeigt zwischen
2024 und 2025 entstandenes Filmmaterial aus vulkanischen Landschaften Süditaliens, vom schwindenden Pasterze-Gletscher in
Österreich und Island, sowie Aufnahmen aus Erdbeben-Monitoringräumen und Experimentalstudios. Der Film bleibt offen und fügt
Sequenzen zusammen, die vorläufig sind und sich verändern können. Zufällige Begegnungen und unerwartete Beziehungen werden
Teil des Montageprozesses. Der Klang entfaltet sich sowohl räumlich in der Installation als auch im engen Dialog mit dem Bild.
Die Protagonisten bewegen sich durch geologische, somatische und philosophische Zonen, die nicht als festgelegte Kategorien,
sondern als sich überlagernde Felder verstanden werden. Sie zeichnet nach, wie sich seismische Transformationen der Umwelt
in Wahrnehmung und Körper einschreiben.