In seiner künstlerischen Arbeit beschäftigt sich Jeremias
Altmann mit den Themen Maschine, Mensch und Entwicklung. Die aufwendig gestaltete Künstlermonografie präsentiert die beiden
Werkserien YOUNG PROPHECIES und MACHINES. In der Serie YOUNG PROPHECIES rekonstruiert Altmann seine eigenen Kinderzeichnungen.
Die Auseinandersetzung mit dem Innenleben technischer Apparaturen im zeitlichen Wandel ist Ausgangspunkt für die Serie MACHINES.
Die Präsentation der Serien wird ergänzt durch einen essayistischen Text des Künstlers, von Fragen kindlicher Entwicklungspsychologie
bis zu Reflexionen zum Spannungsfeld Mensch/Maschine.
Die ungewöhnliche Gestaltung des Buches mit zwei Leserichtungen
erlaubt das spielerische Erforschen der Serien: Leseroutinen werden aufgebrochen; Texte und Bilder sind zu einer besonderen
Einheit verwoben.
Mit Beiträgen von Barbara Herbst, Antonia Hoerschelmann, Esther Mlenek, Günther Oberhollenzer
und Nina Schedlmayer.
Jeremias Altmann, Alumnus, Abteilung für Zeichnung &
Druckgrafik, Unviersität für angewandte Kunst Wien
Barbara Herbst, Kunsthistorikerin, Kunstvermittlerin,
freischaffende Fotografin und Künstlerin, Wien
AUSZEICHNUNG
Jeremias Altmann
– YOUNG PROPHECIES / MACHINES wurde 2023 als eines von 15 Schönsten
Büchern Österreichs ausgezeichnet.
Die Begründung der Jury:
"Die Monografie setzt sich mit
den Arbeiten des Wiener Künstlers Jeremias Altmann (geb. 1989) auseinander, wobei sie sich auf zwei Werkreihen konzentriert.
Die Besonderheit liegt in der Methodik, wie diese beiden Serien in einem ›Wendebuch‹ präsentiert werden. Der/die Leser:in
kann zwischen zwei Covern wählen. Das Front- und das Backcover sind mit unterschiedlichen Prägetechniken visuell konträr gestaltet.
Entweder man steigt mit den YOUNG PROPHECIES ein oder wählt zuerst die MACHINES – ein Wendebuch auch mit
zwei Sprachversionen, die parallel erzählt werden. Es wurde ein sehr offenes, voluminöses und strukturiertes Papier gewählt,
das sowohl für die Zeichnungen als auch die Malereien gut funktioniert. Die Anordnung der Bilder irritiert zunächst. Auf farbigem
Inhaltspapier gedruckt, setzen sie mal unten und mal oben an der Seitenkante an, mal stehen sie in der Mitte der Seite, mal
begleiten sie die Texte, mal sind sie randabfallend oder stark fragmentiert und gezoomt. Und hin und wieder laufen die Bilder
auf die gegenüberliegenden Seiten über und schleichen sich somit in die entgegengesetzte Leserichtung ein. Ein geschickter
Handgriff der Gestaltung, um eine Verbindung zwischen den Werkreihen herzustellen. Das gut durchdachte grafische Konzept gewährleistet
– durch die Entscheidung für farbiges Papier, die handschriftlichen Einschreibungen des Künstlers sowie den Umgang mit den
Essays, die nicht alle die Leserichtungen einhalten, sondern teilweise wandern – trotz der vielen Ebenen und Überlagerungen
eine Einheit, die das Lesen und Betrachten des Buches zu einer angenehmen Herausforderung machen."