GEFÜHLTE FAKTEN – Dialoge zwischen Wissenschaft und Literatur #3

Resonanzen – zu Kunst und Gesellschaft im Wechselspiel

In Zeiten, in denen "alternative" Fakten anstelle tatsächlicher Fakten den öffentlichen Diskurs zu bestimmen drohen, ist eine Auseinandersetzung mit Fragen der Narration umso wichtiger: Wie wird / ist Wissen verfasst, das als sogenannte "objektive" Basis dient?  Was bedeutet Recherche innerhalb der eigenen künstlerischen Praxis?  Lässt sich das Verhältnis von Faktum und Dramaturgie in einer produktiven Weise kollektiv entwickeln?
 
Die Gesprächsreihe GEFÜHLTE FAKTEN nähert sich emotionalisierten Debatten als Dialog zwischen Wissenschaft und Literatur und sucht nach Möglichkeitsräumen, die durch das Teilen der jeweiligen Perspektive und das Entwickeln einer kollektiven Sichtweise entstehen können.

Alle Termine und Infos auf dieangewandte.at/gefuehltefakten

Eine Veranstaltungsreihe der Abteilung Publikationen mit dem Institut für Sprachkunst, Universität für angewandte Kunst Wien

GEFÜHLTE FAKTEN #3

Resonanzen – zu Kunst und Gesellschaft im Wechselspiel


In Zeiten politischer Verhärtungen erscheint die Idee von "l’art pour l’art", von Kunst als abgeschlossener Insel, nur noch als utopische Blase der Privilegierten. Aber kann Kunst überhaupt in gesellschaftliche Prozesse hineinwirken – und wenn ja, inwieweit unterstellt sie sich dabei politischen Dynamiken und Ansprüchen? Welche Narrative entstehen an den Schnittstellen von Ästhetik, Politik und Öffentlichkeit?

Darüber diskutieren Lina Hesse, Illustratorin und Mitbegründerin des Berliner Vereins für kulturelle und künstlerische Bildungsarbeit Zuckerwattenkrawatten, Luca Kieser, Autor und Mitarbeiter bie PROSA – Schule für Alle, Dilan Şengül, Raumplanerin, Kuratorin, ehemalige Geschäftsführerin des D—Arts Projektbüros für Diversität und seit Februar 2026 verantwortlich für Outreach und Community Building bei den Wiener Festwochen, sowie die Sprachkunst-Studierenden Esma Ahmedi und Jakob Stoiber aus dem JENNY-Redaktionsteam, Universität für angewandte Kunst Wien.

Dienstag, 17. März 2026 – 18 Uhr
Universität für angewandte Kunst Wien
Auditorium
Vordere Zollamtsstraße 7
1030 Wien

Mit
Lina Hesse,
Luca Kieser,
Dilan Şengül
und JENNY (Esma Ahmedi
& Jakob Stoiber)
 
Moderiert von Lena Wontorra


Angelehnt an das Literaturmagazin
JENNY
Edition Angewandte,
De Gruyter 2013-2024, Residenz 2025


Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Der Veranstaltungsraum ist barrierefrei zugänglich. Nähere Infos auf dieangewandte.at/barrierefrei

BIOGRAFIEN

Esma Ahmedi hat einen Bachelor in Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien, davor studierte sie Physik an der Universität Wien. Seit Oktober 2025 Masterstudium Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien. Esma bekam im Juli 2025 das Startstipendium für Literatur des österreichischen Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport. Neben Prosa schreibt sie nun auch Theaterstücke und Hörstücke, die unter anderem im Volkstheater erprobt und auf Ö1 veröffentlicht wurden. Esma hat in Literaturmagazinen wie GYM, KORALLE und JENNY veröffentlicht und ist gerade Teil des JENNY-Redaktionsteams für Ausgabe 13, die 2026 erscheint.  

Lina Hesse, geboren 1983, ist nach Deutschland zugewandert und hat in Potsdam Kommunikationsdesign mit Schwerpunkten Print Media und Illustration studiert. Sie lebt und arbeitet in Berlin als freie Medienpädagogin, Bühnenbildnerin, Illustratorin und Grafikdesignerin. Lina hat im Jahr 2014 das Kreativstudio für Kinder namens Zuckerwattenkrawatten mitgegründet und prägt seitdem seine Philosophie, sein Erscheinungsbild und seine Laune.

JENNY ist seit 2013 das Literaturmagazin des Instituts für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien und erscheint jährlich in der Edition Angewandte bei De Gruyter, seit 2024 nunmehr im Residenz Verlag. JENNY hat sie alle: Lyrik. Essay. Prosa. Drama. Interviews. Herausgegeben von Studierenden, ist sie eine Seismographin für junge deutschsprachige Literatur innerhalb und jenseits der Gattungsgrenzen.

Luca Kieser studierte Philosophie, Sprachkunst und Ethik in Heidelberg, Leipzig und Wien. Sein Debütroman Weil da war etwas im Wasser war unter anderem für den Deutschen Buchpreis 2023 nominiert. Zuletzt erschien sein zweiter Roman Pink Elephant, der von Books at Berlinale ausgewählt, für den Anna Haag Preis 2025 nominiert und vom Deutschen Literaturfonds mit dem Kranichsteiner Jugendliteraturstipendium ausgezeichnet wurde. Im Verein Vielmehr für Alle engagiert sich Kieser seit 2017 als Trainer, Projektleiter und seit 2024 als Vorstandsmitglied. Er lebt in Wien.
 
Dilan Şengül
ist Raumplanerin (BSc), Kuratorin, Kulturarbeiterin und seit Februar 2026 verantwortlich für Outreach und Community Building bei den Wiener Festwochen. Zuvor war sie Geschäftsführende des D—Arts Projektbüros für Diversität, von 2015 bis 2020 zudem Projektmitarbeiterin im ArtSocialSpace Brunnenpassage. 2016 erhielt sie das Stipendium von Kültür gemma. Sie lernte Schauspiel an der diverCITYLAB Akademie und war von 2013 bis 2016 als Schauspielerin tätig. Dilan Şengül wirkte in diversen Projekten der freien Szene als Kuratorin, Produzentin und Regisseurin mit. Ihr Interesse gilt den informellen Partizipationsprozessen und der Vermittlung derer durch künstlerische Methoden.

Jakob Stoiber lebt in Wien und studiert Geschichte und Deutsche Philologie auf Lehramt an der Universität Wien sowie Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien; schreibt über alles, was er nicht versteht, am liebsten liegend und gerade an einem Lyrikband über das Aufwachsen in der kurdischen Diaspora.


Lena Wontorra studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen, Medienkulturwissenschaft in Köln und Theaterwissenschaft an der FU Berlin. In der Spielzeit 2019/20 wurde sie Dramaturgin am Nationaltheater Mannheim, in der Spielzeit 2022/23 Geschäftsführende Dramaturgin. Seit 2021 war sie außerdem für die Festivaldramaturgie der Internationalen Schillertage verantwortlich sowie Mitbegründerin des Instituts für Digitaldramatik. Für die Produktion Cecils Briefwechsel (2021) wurde sie zusammen mit Sapir Heller mit dem Dr. Otto Kasten-Preis der Intendant*innengruppe des Deutschen Bühnenvereins ausgezeichnet. Zur Spielzeit 2024/25 wechselte sie ans Wiener Burgtheater. Sie lebt in Wien und Berlin.

Veranstaltung
17. März 2026, 18:00
Universität für angewandte Kunst Wien, Auditorium, Vordere Zollamtsstraße 7, 1030 Wien