In der Ausstellung „Andreas DUSCHA| Eigengrau“ lotet der
Künstler die sensible Grenze zwischen physiologischem Reiz und kultureller Konstruktion aus. Der Titel bezieht sich auf den
Grauton, den das Auge in völliger Dunkelheit wahrnimmt und der für DUSCHA ein Modell für unsere heutigen visuellen Kulturen
darstellt: Bilder dokumentieren nicht nur die Welt, sie schaffen auch die epistemischen Ordnungen, durch die die Realität
überhaupt erst sichtbar wird.
Dies ist DUSCHAs vierte Einzelausstellung in der Galerie Christine
König und fungiert, wie so oft in seiner künstlerischen Praxis, als komplexer Wahrnehmungsapparat. In drei thematischen Räumen
hinterfragt der Künstler den Zerfall fotografischer Beweise, die Erosion der Urheberschaft, die Fragilität sozialer Ordnungen
und die Ambivalenz algorithmischer Bildproduktion. Vom Abriss modernistischer Architektur über KI-generierte synthetische
Auren bis hin zu den historischen Weberaufständen, die als Vorläufer unserer technologischen Gegenwart interpretiert werden,
schafft DUSCHA ein Panorama aus Kontrollverlust und visueller Instabilität.
Eine neue permanente
Fassadeninstallation bei KOENIG2 von by_robbygreif übersetzt historische Diebesjargon in ein narratives Zeichensystem des
Kunstmarktes und verdichtet so Fragen der Sichtbarkeit und der wirtschaftlichen Macht auf architektonischer Ebene.
Eigengrau
ist eine Erkundung der Nachbilder kultureller Realitäten und der Schwellenmomente, in denen Dokumentation in Mythos, Sichtbarkeit
in Blindheit und Kontrolle in Auflösung umschlägt.
Ausstellungseröffnung
Gemeinsamer Abend
mit Christine KÖNIG | KAPITEL III: DAS BILD UND SEIN BUCH, GALERIE3 und Lombardi-Kargl.
Weitere
Informationen zur Ausstellung